Svenesis ImageMono Train
Version 1.7.20 – GPL-3.0-or-later
🚧 Aktuelle Version 1.7.20. Noch nicht im offiziellen Siril-Script-Repository – Download direkt von GitHub.
ImageMono Train macht aus einer Nacht mit Mono-Kamera und Filterrad ein fertiges Farbbild. Du wählst den Ordner mit den Aufnahmen, das Skript erledigt den Rest in Siril: kalibrieren, stacken, ausrichten, Farbe zusammensetzen und kalibrieren. Einen Siril-Befehl von Hand brauchst du dafür nicht.
📖 Die Entstehungsgeschichte und was ich dabei über Mono-Bildbearbeitung gelernt habe: Sieben Filter, ein Knopfdruck →
So läuft ein Durchgang
- Aufnahmen finden. Das Skript liest die FITS-Header aller Dateien im Ordner und sortiert die Lights nach Filter. Mehrere Nächte eines Ziels werden zusammengefasst, komprimierte
.fz-Dateien direkt gelesen. - Kalibrieren. Flats, Darks und Bias werden automatisch zugeordnet, wenn sie vorhanden sind. Fehlen sie, läuft es ohne sie weiter und sagt es.
- Stacken, je Filter. Wie Ausreißer verworfen werden, richtet sich nach der Zahl der Frames, die tatsächlich übrig bleiben.
- Kanäle ausrichten. Alle Master kommen auf dasselbe Pixelraster, damit im Farbbild keine Farbsäume entstehen.
- Farbe zusammensetzen und kalibrieren. Mit spektrophotometrischer Farbkalibrierung (SPCC), passend zu Sensor und Filtern.
Für wen?
Für Mono-Kameras mit Filterrad. Die Frames werden nie debayert, deshalb ist das Skript nicht für Farbkameras (OSC) gedacht.
Paletten
- LRGB und RGB – natürliche Farbe, mit oder ohne Luminanz
- HaRGB – RGB mit Hα im Rotkanal
- SHO, HOO und sieben weitere Schmalband-Zuordnungen
- Realistic1 und Realistic2 – gewichtete Mischungen
Mit Auto schlägt das Skript eine Palette vor, die zu den gefundenen Filtern passt. Die Zuordnung der Kanäle lässt sich von Hand ändern.
Worauf das Skript achtet
- Ausreißer nach der echten Frame-Zahl. Wenige Frames bekommen ein einfaches Verfahren, viele ein aufwendigeres – von Percentile Clipping bis Linear Fit. Bleibt nach Wolken nur die Hälfte übrig, passt sich die Wahl an. Die Grenzen stammen aus Cyril Richards AMSP-Skript.
- Darks müssen wirklich passen. Kamera, Gain, Binning und Bildgröße exakt, Temperatur auf ±2 °C. Bei der Belichtungszeit darf ein kürzeres Dark 5 % abweichen, ein längeres nur 2 %: Ein zu langes Dark zieht zu viel ab und löscht schwaches Signal.
- Master werden nur wiederverwendet, wenn sie noch stimmen. Kommen neue Flats hinzu, baut das Skript den Master neu, statt still den alten zu nehmen.
- Nur die Filter der Palette. Auf Wunsch stackt das Skript nur, was ins Bild kommt. Das kann viel ausmachen: In einer M-16-Nacht fand OIII neben allen Breitbandkanälen nur 12 Sternpaare zum Ausrichten, zusammen nur mit Hα 1.165.
- Der Sensorname wird geprüft. Ein falscher Name ist für Siril kein Fehler, es nimmt still einen anderen. Der IMX533 steht dort etwa nur als Farbversion; ein Mono-Rig würde sonst als Farbkamera kalibriert.
- Das Bild bleibt linear. Keine Grünentfernung (SCNR) auf dem Ergebnis, weil sie bei SHO echtes Hα-Signal abschneidet. Die Hα-Beimischung bei HaRGB ist eine einfache gewichtete Summe. Strecken und Feinschliff bleiben bei dir.
Hintergrundabzug: Vorsicht mit RBF
Siril bietet zwei Modelle: ein einfaches Polynom und das flexiblere RBF. Bei Nebeln, die das ganze Bild füllen, entfernt RBF einen Großteil des Nebels mit – im Test blieben nur 17,8 % übrig, beim einfachen Polynom 99,9 %. Bei kleinen Objekten in weitem Feld ist RBF dagegen besser. Das Skript kann beides nicht unterscheiden, deshalb warnt es bei Schmalband und lässt dich entscheiden.
Was am Ende herauskommt
Alles landet im Ordner Stacked/ – im gewählten Ordner oder bis zu drei Ebenen darüber, bei einem Astro-PM-Projekt also direkt neben Originals.
masters/– ein Master je Filter; eine andere Palette ist damit in Sekunden neu gemischt, ohne erneut zu stacken- das Farbbild, linear
output.md– was im Lauf wirklich passiert ist, auch übersprungene Filter und verworfene Framestodo.md– die nächsten Schritte in Siril, mit Menüpfadencommands.ssf– alle Siril-Befehle des Laufs zum Nachlesen
Beispielbericht ansehen Beispiel-Anleitung ansehen
Voraussetzungen
Siril 1.4 oder neuer mit Python-Unterstützung. Die Python-Pakete (sirilpy, PyQt6, astropy, numpy) installiert das Skript beim ersten Start selbst. Für die Farbkalibrierung braucht es Internet oder einen lokalen Gaia-Katalog; ohne beides entsteht das Farbbild trotzdem, nur unkalibriert.
⚠️ Nicht in Cloud-Ordnern arbeiten. Dropbox, OneDrive, iCloud Drive oder Google Drive können Dateien mitten im Lauf umschreiben. Am besten auf einer lokalen Platte arbeiten, mindestens aber Stacked/_work/ von der Synchronisation ausnehmen.